Welche Potenziale und Herausforderungen bringen regionale Baustoffe wie Stroh und Hanf mit sich, insbesondere in Berlin und Brandenburg? Wie lassen sie sich im Neu- und Umbau erfolgreich einsetzen? In diesem Fachgespräch konzentrieren sich die Impulsbeiträge und die anschließende Diskussion auf den Einsatz von biobasierten Baustoffen und die regionalen Praxismodelle.
Konzipiert von Anna Kostreva (Plural Studio) und Dr. Elena Markus. Mit: Caspar Schmid (Naturbauhof Potsdam), Otto Rogge (arcana Baugesellschaft) und Alessandro Tonnarelli (Strohtektur)
Caspar Schmid, Naturbauhof Potsdam
Der Fokus des Naturbauhof-Potsdam liegt auf der Beratung, dem Vertrieb und der Verarbeitung nachhaltiger und ökologischer Naturbaustoffe. Sie sind Ansprechpartner für ökologische Bauberatung und Naturbaustoffe aus Hanf, Kalk und Lehm in der Region Berlin-Potsdam-Brandenburg. Sie beraten zu den richtigen Materialien für Projekte, sei es energetische Sanierungen, wohngesunde und allergikerfreundliche Renovierungen, Aus- und Umbau im
Bestand oder Neubau. Sie vermitteln zudem Planungsleistungen, Materialbeschaffung und fachliche Ausführung.
Otto Rogge, arcana Baugesellschaft
Arcana Baugesellschaft hat über 30 Jahre erfahrung mit traditionellen alten und naturnahen neuen Baustoffen, Bauwerken und Bauteilen. Für sie bedeutet „gesund bauen“ zugleich ökologisch bauen: mit natürlichen Materialien und durchdachten Konstruktionen entstehen energetisch sparsame, langlebige Gebäude. Oft arbeiten sie nach historisch bewährtem Vorbild. Gesund bauen integriert für sie auch einen angenehmen Umgang und ein offenes,
vertrauensvolles Verhältnis aller am Bau Beteiligten. Sie engagieren sich zudem dafür, traditionelles Wissen durch Seminare und Mitmachbaustellen an Menschen vor Ort und an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Alessandro Tonnarelli, strohtektur
strohtektur strebt nach einer gebauten Umwelt, die einen Mehrwert für die kommenden Generationen schafft. Ziel ist es, Gebäude zu entwerfen, die ökologisch und wohltuend sind, sich durch Permakultur in die Natur eingliedern, auf zukünftige Bedürfnisse und Szenarien reagieren können und im Kreislauf der Materialien bleiben. Sie folgen dem Leitbild “NOW” für
eine Zukunft, die Nachhaltig, Ökologisch und Wiederverwendbar ist.
Anna Kostreva, Plural Studio
Anna Kostreva ist eingetragenes Mitglied der Architektenkammer Berlin und verantwortlich für die bauliche Realisierung bei Plural Studio. Ihr besonderes Anliegen gilt dem Einsatz natürlicher Materialien und nachhaltiger Methoden im gebauten Raum. Sie setzt sich zum Beispiel für die Pflege und Weiterverwendung bestehender Bausubstanz ein, integriert Prinzipien der
Permakultur in gestalterisches Denken und sucht nach Wegen, um Abfall und
Ressourcenausbeutung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu vermeiden. Anna versteht Nachhaltigkeit als einen Prozess, der Raum und Zeit braucht – für gemeinsames Lernen, offenen Austausch und Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber:innen, Nutzer:innen, Handwerker:innen, Fachleuten sowie dem Mehr-als-Menschlichen.
Elena Markus, ProtoPotsdam und Bauhaus Erde
Elena Markus ist Architekturhistorikerin und Kuratorin. Derzeit leitet sie das Sommerprogramm 2025 des Forschungspavillons ProtoPotsdam.
Diese Folge wurde am 07.10.2025 live im Rechenzentrum, neben der Schaustelle ProtoPotsdam aufgenommen. Mehr Informationen zur Schaustelle als öffentliches Testlabor für bio-basierte und wiederverwendete Materialien findet ihr hier: https://www.proto-potsdam.org
Im Gespräch erwähnte Vereine und Verbände:
Nutzhanf-Netzwerk e.V.
Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V.
European Straw Building Association
Dachverband Lehm e.V.
Call to Action! ist eine Produktion von Bauhaus Erde
Moderation und Konzeption für Folgen “Gräser für die Bauwende – Stroh und Hanf in der Baupraxis“ und „Gräser für die Bauwende – Strategien und Politik für Stroh und Hanf“: Anna Kostreva
Projektleitung und Konzeption: Elena Markus
Tonaufnahme: trollwerk, Potsdam
Musik: Tim Laing
Postproduktion: Anna Kostreva und Alex Head von Plural Studio